Auf dieser Seite werde ich mit der Zeit meine Erfahrungen aus der Astronomie (Astrofotografie, Beobachtungen) veröffentlichen. Schaut mal öfters vorbei ;-)

 

 

Beobachtung planen: Das Wetter
Bevor man überhaupt eine Beobachtungsnacht plant, sollte man sich über das aktuelle Wettergeschehen informieren. Denn nichts ist schlimmer und frustrierender, wenn man zum Beispiel für einen geeigneten Beobachtungsplatzt weit mit dem Auto wegfährt, das Teleskop aufbaut und später eine Wolkenfront den schönen Sternenhimmel bedeckt!
Für eine erfolgreiche Beobachtungsnacht, die oft durch Wolken bei uns gestört werden kann :-(, muss man sich deshalb gut über das Wetter informieren.
Hier gibt es deshalb einige Informationen über das aktuelle Wettergeschehen
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Hier gibt es auch eine gute Wetterprognose

für einige Tage.

Hier kann man sich über das Wetter in jeder Stadt genau informieren. Die Prognosen sind sehr gut!


Hier gibt es die Wolkenverteilung für Europa und Umgebung. Dieses Satellitenfoto wird alle 2-3 Stunden aktualisiert. Also ist es fast live!

Erstellung von scharfen und detailreichen Fotos anhand des Beispiels vom Saturn

Da ich einige Anfragen bekommen habe wie ich Planeten fotografiere, möchte ich euch hier zeigen wie man hochauflösende Fotos von Planeten, der Sonne und dem Mond macht.
Um noch vor einigen Jahren ein Foto von einem Planeten aufzunehmen zu können, musste man relativ lange belichten. Durch das Seeing (Luftturbulenzen in der Atmosphäre) und die schlechte Nachführungsgenauigkeit der meisten Amateurteleskope wurden die meisten Aufnahmen unscharf und verschwommen.
Heutzutage können aber Amateure mit der geeigneter Technik sogar bessere Fotos machen, als große Sternwarten vor einigen Jahren!
Neben einem Teleskop (egal welchem) gehört zur Grundausstattung eine digitale Videokamera oder noch besser eine gute Webcam und ein Laptop.
Der Trick dabei ist, dass man kein Einzelfoto von einem Objekt macht, sondern tausende Fotos in einigen Minuten! Und das ist nur mit einem kurzen Film möglich. Da ein Film aus ca. 24 Einzelbildern pro Sekunde besteht, reichen schon 3 min. Video für über 4000 Fotos!
Auf jedem Einzelbild gibt es ein Foto vom Planeten. Durch die Luftturbulenzen ist das Planetenscheibchen manchmal völlig unscharf und verschwommen und manchmal knackscharf. Um jetzt ein gutes Foto zu erhalten, muss man einfach einige hundert der besten Fotos aussortieren, mitteln und noch leicht nachbearbeiten. Fertig!
Der Unterschied ist hoffentlich anhand des unteren Foto deutlich erkennbar ;-)

 

Im folgendem möchte ich euch kurz anhand des Saturns Schritt für Schritt zeigen, wie man dabei vorgeht.

Aufnahmegerät ans Teleskop anschließen
Als erstes muss man natürlich das Aufnahmegerät ans Teleskop anschließen. Bei einer Videokamera muss sich ein Okular (mit kleiner Brennweite) im Okularauszug befinden. Die Kamera befestigt man dann mit einer speziellen Halterung hinter dem Okular. Solch eine Klemmvorrichtung kann man im Fachhandel kaufen oder man baut sich selber eine, was nicht sehr schwer ist.
Will man mit einer Webcam arbeiten, so muss man am besten das Objektiv vorher abschrauben und ein speziellen Adapter in das Objektivgewinde rein schrauben. Einen UV/IR Sperrfilter sollte man auch unbedingt verwenden. Dadurch wird das Bild schärfer. Danach steckt man die Webcam, am besten noch mit einer Barlowlinse, in den Okularauszug hinein. Zur Astrofotografie eignen sich am besten die Webcams von Philips, z.B. die ToUcam Pro II 840, da der Chip sehr empfindlich ist und das Rauschen sehr niedrig ist. Außerdem kann man mit der beiliegenden Software sehr viele Parameter einstellen.

Video mit Webcam aufnehmen
Hat man alles angeschlossen, startet man die Webcamsoftware. Dabei muss man vorher die Bildgröße und die Einzelbildrate einstellen. Die Bildgröße stellt man am besten auf 640x480 und die Bildrate auf ca. 15. Je kleiner die Bildrate, desto besser ist die Bildqualität aber die Aufnahmedauer verlängert sich entsprechend.


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Unter "Eigenschaften=>Bildregler" muss man die Vollautomatik abschalten und den Gamma Bereich ganz runter regeln.
Unter "Eigenschaften=>Kameraregler" kann man den Weißabgleich auf automatisch lassen. Falls das Planetenscheibchen auf dem Monitor sichtbar ist, aber die Farben nicht realistisch sind, deaktiviert man den automatischen Weißabgleich und aktiviert ihn nach ca. 2s.
Die Autobelichtung muss deaktiviert sein. Die Verschlusszeit stellt man bei Planeten am besten auf 1/25s. Den Gewinn (Verstärkung) stellt man dann so ein, dass das Planetenscheibchen gut belichtet ist, dh. nicht unter- oder überbelichtet! Man muss beachten, dass je höher der Gewinn ist, desto größer ist das Bildrauschen und die Bildqualität verschlechtert sich dann natürlich.

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Nachdem man alles eingestellt hat, kann man mit der Aufnahme beginnen. Aus Erfahrung empfehle ich mindestens 1000 Fotos (wird bei der Aufnahme angezeigt) aufzunehmen. Ich mache normalerweise ca. 4000 Fotos, manchmal sogar 10000 ;-)
Bei der Aufnahme muss sich das Planetenscheibchen nicht genau auf einer Position befinden. Das Aufnahmeobjekt kann sich im ganzen Aufnahmefenster bewegen. Später erkennt die Bearbeitungssoftware das Objekt automatisch. Man sollte aber beachten, dass sich der Planet nicht aus dem Aufnahmefenster bewegt, da ansonsten es eventuell zu Problemen bei der weiteren Bearbeitung kommen könnte.
Bei einem Teleskop ohne Nachführung lässt man das Planetenscheibchen von einem Rand des Aufnahmefensters zu anderen wandern. Ist der Rand fast erreicht, so bewegt man das Teleskop einfach ein wenig zum gegenüberliegenden Rand und lässt den Planeten wieder "wandern". Bei hoher Vergrößerung braucht man dafür schon einige Erfahrung! Die Vergrößerung sollte nicht zu niedrig oder zu hoch gewählt werden.
Möchte man eine zweite Aufnahme starten, so muss man unter Umständen den Dateinamen ändern, da sonst die letzte Aufnahme überschrieben wird. Das ist logisch, aber man vergisst es manchmal. Es ist dann natürlich sehr ärgerlich....ich spreche aus Erfahrung ;-)

Video bearbeiten
Hat man nun endlich das Video aufgenommen, muss man die besten Einzelfotos aussortieren und mitteln. Durch das Mitteln werden mehr Details sichtbar und das Rauschen wird auch deutlich verringert. Aus tausenden Fotos die besten manuell zu ermitteln wäre natürlich viel zu zeitaufwendig. Dafür gibt es natürlich spezielle und kostenlose Software wie zum Beispiel "Giotto" oder "Registax" (siehe Links). Am Beispiel von Giotto möchte ich kurz die Vorgehensweise erklären.
Ist Giotto geöffnet, wählt man "Addiere Bilder automatisch..." im Menü "Bildüberlagern". Im nächsten Fenster gibt es sehr viele Einstellmöglichkeiten. Für Anfänger empfehle ich die "Schnelleinstellung". Dort wählt man den Button "Planeten". Zusätzlich muss man die "Rohbildquelle" auswählen. Wenn alles richtig eingestellt wurde, klickt man auf "Weiter". Je nach Menge der aufgenommenen Fotos und der Leistung des Computers kann das Bearbeiten einige Zeit in Anspruch nehmen. 15 bis 30 Minuten sind typisch bei mir. Wer mit einem Laptop arbeitet, sollte ihn unbedingt ans Netz anschließen. Dadurch wird die Bearbeitungszeit erheblich beschleunigt!

Hat man ein wenig Erfahrung gesammelt, sollte man mit anderen Einstellungen etwas experimentieren. Vor allem Bei der "Sortiereinstellung" macht es viel Sinn (siehe Foto unten rechst).

 

 

 


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Nachträgliches Bearbeiten
Beim Nachträglichen Bearbeiten gibt es viele Möglichkeiten. Jeder geht dabei etwas anders vor. Ich zeige hier kurz einen möglichen Weg.
Als erstes wird der Farbfehler, der durch Linsen verursacht wird, beseitigt. Man erkennt ihn an blauen und roten Rändern des Planetenscheibchens. Man kann den Fehler manuell mit Giotto oder z.B. mit Photoshop korrigieren. Dabei muss man die einzelnen Farbkanäle so gegeneinander verschieben, dass der Farbfehler verschwindet. Mit dem Programm Fitswork geht das automatisch.
Da durch das Mitteln das Foto leicht unscharf wird, sollte man es etwas nachschärfen. Dabei sollte man aber nicht übertreiben, da es ansonsten unrealistisch wirkt! Das Schärfen geht mit vielen Programmen. Meiner Meinung nach ist aber Registax
die beste Lösung. Öffnet man ein Foto in Registax erscheint folgendes Fenster:

Auf der linken Seite gibt es unterschiedliche Schieberegler für das Schärfen. Vom ersten, für die feineren Details bis zum letzten, für die gröberen Strukturen.
Man muss jetzt einfach ausprobieren, wann das beste Resultat rauskommt. Lieber aber zu wenig als zu viel schärfen!

Ist das Planetenscheibchen geschärft, so kann man es zusätzlich noch in Photoshop bearbeiten.
Man kann zum Beispiel die Farbe anpassen, beschriften, das Foto beschneiden oder die Saturnmonde, die man separat belichtet hat, zum Endbild mit dem Saturn montieren.


Hier gibt es noch ein anschauliches Beispiel wie man Schritt für Schritt zu einem einigermaßen guten Foto kommt.

 

Aufnahme im nahen Infraroten Licht

Um den Kontrast eines Fotos zu steigern kann man zusätzlich zur Farbaufnahme eine zweite Aufnahme im Infraroten machen.
Dazu wechselt man einfach den
UV/IR Sperrfilter durch einen IR-Passfilter. Dabei wird hauptsächlich das Infrarote Licht, das nicht so sehr durch das Seeing beeinträchtigt wird, durchgelassen.
Das Infrarote Bild bearbeitet man genau so wie das Farbblild. Am Schluss legt man es nur genau über das Farbfoto und stellt die Ebene, in der sich das Infrarote Bild (L-Foto) befindet auf Luminanz. Den größten Effekt sieht man dabei bei Mars.
Hier gibts noch ein Foto vom Saturn, dass dieses Verfahren zeigt:

 


Ich hoffe, dass ich einigen Einsteigern mit diesem kurzem "Kurs" weiterhelfen konnte. Falls ihr irgendwelche Fragen oder Kritik habt, schreibt mir einfach eine E-mail ;-)

 

Die Sonne beobachten

Ein wichtiger Hinweis gleich am Anfang. Man darf die Sonne niemals ungeschützt mit dem bloßem Auge und schon gar nicht mit einem Teleskop beobachten!
Die Folgen wären fatal. Im folgendem Film wird die Gefahr sehr gut verdeutlicht ;-)
Ein kurzer ungeschützter Blick durch eine Teleskop führt zur sofortiger Erblindung!
Damit man aber troztdem die Sonne gefahrlos beobachten kann, muss man spezielle Sonnenfilter vor das Objektiv (nicht am Okular!) befestigen.
Gute Sonnenfilterfolien gibt es z.B. bei "Baader-Planetarium".