Einige Menschen tunen ihr Auto ........ ich tune mein Dobson Teleskop :-)
Da man das Teleskop nur von Hand bewegen konnte, beschloss ich es mit 2 Motoren und einer Handsteuerung auszustatten. Damit kann ich auch bei maximaler Vergrößerung das Teleskop feinfühlig steuern!
Um das Dobson horizontal bewegen zu können, entschied ich mich ein altes Uhrwerk, dass mit einem umgebautem Servomotor angetrieben wird, an die obere horizontale Fläche der Dobsonmontierung zu befestigen. Da wo eigentlich der Stundenuhrzeiger war, befestigte ich ein kleines Gummirad, dass an die starre Grundplatte (auf der sich das Teleskop bewegt) angedrückt wird.
Wenn sich jetzt das Uhrwerk bewegt, bewegt sich der obere Teil der Dobsonmontierung. Die gleiche Idee habe ich an vertikalen Teleskopachseangewandt (siehe Foto). Die beiden Motoren, die nur 4 Volt benötigen und über 15 kg Gewicht bewegen, werden durch 2 Potentiometer gesteuert.
Damit ich aber mein Teleskop schnell in alle Richtungen bewegen kann, besteht natürlich die Möglichkeit beide Antriebe (Gummirädchen) von den Holzplatten wegzudrücken.
Wie man auf den Fotos sieht habe ich noch zusätzlich 2 Räder ans Teleskop befestigt. Ich musste es tun, da der Transport des 25kg schweren Teleskops ziemlich umständlich war. Man kann es jetzt leicht wie ein Schubkarren schieben.

Da bei einer manuellen Fokussierung und einer hohen Vergrößerung das Bild ziemlich „zittert“, beschloss ich auch eine motorische Fokussierung anzubringen.
Dazu benutzte ich wieder ein Servomotor mit ein Zahngetriebe, dass ich mit der Fokussierachse verbunden habe. Auf dem Servo befindet sich ein kleines Zahnrad und auf der Fokussierachse befindet sich ein großes Zahnrad.
Mit einem Potentiometer kann man jetzt sehr feinfühlig fokussieren.

Außerdem habe ich am vorderen Tubusende ein Holzgriff befestigt.
Damit kann ich den Tubus beim Starhopping besser bewegen.

Um ein besseres Auffinden von Objekten durch den Telradfinder zu ermöglichen,
habe ich noch hinter dem Telrad die Hälfte von einem Fernglas montiert.
Eine weitere Ausstattung des Dobsons sind PC Lüfter. Damit der Teleskopspiegel schnell auskühlt, habe ich einen großen Lüfter am hinteren Teil des Tubus und 2 seitliche Lüfter angebracht. Damit wird die Auskühlungszeit des großen Spiegels erheblich verkürzt.
Der große Lüfter bläst die Luft auf den Hauptspiegel.
Ein seitlicher Lüfter bläßt Luft in den Tubus über den Spiegel und der andere saugt die Luft aus dem Tubus.
Damit wird verhindert, dass sich eine störende warme Luftschicht über dem Spiegel bildet.
Nachdem der Tubus nur schwarz matt lackiert war, entschloss ich mich
innen mit schwarzer Velour Folie auszukleiden, um ungewünschte Reflexe zu verhindern und somit den Kontrast zu erhöhen.
Die Velourfolie (Baumarkt, 12 €) schnitt ich in ca. 15 cm breite Streifen und klebte sie von einer Tubusöffnung zur anderen.
Die Schwierigkeit bestand darin die Folie ohne Lufteinschlüsse aufzukleben.
Diese Arbeit dauert ein paar Stunden, da das ganze Teleskop zerlegt und später wieder (richtig ;-) zusammengebaut werden muss.
Ein bisschen ins Schwitzten kam ich schon, aber die Arbeit hat sich gelohnt!
Trotzt der direkten Sonnneneinstrahlung (siehe Foto), erscheint der Tubus fast schwarz. Vorher war er hellgrau und an manchen Stellen sogar weiß!

Da ich in der Stadt oft beobachte, stören mich oft künstliche Lichtquellen, die seitlich in den Tubus fallen. Deshalb beschloss ich noch eine Blende zu bauen.
Sie sollte aber nicht zu viel Platzt einnehmen, abnehmbar und handlich sein.
Als Basis diente ein 1mm starker, kreisförmiger gebogener Draht. An diesem Draht befestigte ich drei 2mm dicke Drähte, die ich oben flach zerdrückt habe und ein Loch für den kreisförmiger Draht durchgebohrt habe.
Damit man die Gitterkonstruktion am Tubus befestigen kann, befestigte ich auch drei U Profile, an deren Ende ich zwei Löcher für die 2mm dicken Drähte gebohrt habe, am Tubus (siehe rechtes Foto).
Jetzt kann man einfach die Blende in die U Profile einschieben.
Später nähte ich einen schwarzen Stoff (30 cm x70cm) an den Enden zusammen.
An den längeren Stoffseiten (70cm) nähte ich noch jeweils eine Art Kanal; einmal für den kreisförmiger Draht und einmal für einen Gummi, damit der Stoff gut am Tubus sitzt (siehe linkes Foto).
Als alles fertig war, musste ich einfach denn Draht in den einen "Stoffkanal" einschieben.
Fertig! Die Blende kann man abnehmen und falten (sie ist nicht einmal 5mm dick!)